Design-Systeme statt Seiten: Wie wir Interfaces denken
DoxPong1 MIN LESEZEIT
Der klassische Web-Design-Prozess produziert Screens: Startseite, Über-uns, Kontakt. Drei schöne Bilder. Und dann kommt Seite vier — und niemand weiß, wie sie aussehen soll.
Das System vor der Seite
Wir beginnen kein Projekt mit einer Startseite. Wir beginnen mit Entscheidungen:
- Token: Farben, Abstände, Radien, Schatten, Blur — als benannte Werte, nicht als Zufallszahlen in einzelnen Screens.
- Typografische Skala: Eine fluide Skala von der Bildunterschrift bis zur 12-vw-Headline. Jede Textgröße hat einen Namen und einen Zweck.
- Motion-Sprache: Welche Kurven, welche Dauern, welche Choreografie? Bewegung ist Teil der Identität — oder sie ist Rauschen.
- Komponenten: Buttons, Karten, Formulare, Navigationen — mit allen Zuständen. Hover, Focus, Disabled, Loading, Error.
Erst wenn diese Sprache steht, entstehen Seiten. Und plötzlich ist Seite vierzig genauso konsistent wie Seite eins — ohne dass jemand darüber nachdenken musste.
Warum sich das rechnet
Ein Design-System kostet am Anfang Zeit, die man an Screens nicht sieht. Es zahlt sie doppelt zurück: Jedes neue Feature erbt die Qualität des Systems. Jeder Entwickler weiß ohne Rückfrage, welcher Abstand richtig ist. Und die Marke bleibt erkennbar, auch wenn drei Teams parallel bauen.
Seiten veralten. Systeme wachsen.
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